Archiv der Kategorie: Allgemein

Tropfbewässerung bei Zwiebeln – sIcher kein Luxus !

Ein umfangreiches Beregnungsprojekt „Tropfbewässerung “   auf ca. 90 ha Zwiebeln und 10 ha Kartoffeln wurde 2016 im Betrieb Bauer & Partner Agrar GmbH im Marchfeld – Niederösterreich entwickelt , umgesetzt und vorgestellt.

Schon länger arbeitet Reinhard Bauer aus Untersiebenbrunn im Marchfeld/Niederösterreich an zahlreichen Entwicklungsmöglichkeiten die Zwiebelerträge und Qualitäten zu optimieren.  Die Verbesserung von Wasser- und Nährstoffversorgung vor allem in der Jugendentwicklung ist da besonders in den Mittelpunkt gerückt.

Tropfbewässerung bei Zwiebeln – sIcher kein Luxus ! weiterlesen

ISEA 2015 Türkei

Seit 1994 im Durchschnitt alle 3 Jahre trifft sich die Arbeitsgruppe „Essbare Alliumarten“ der Internationalen Gesellschaft für Gartenbauwissenschaft ( ISHS) zu einem Symposium in einem Zwiebel/ Alliumland der Welt ( Argentinien, Australien, USA, China, Niederlande und Japan ). Wissenschaftler aller Kontinente nutzten das 7.te Symposium in der Türkei um zahlreiche Fragen und Ergebnisse der Grundlagenforschung darzustellen und diese zu diskutieren. Gastgeber war die Universtät in Nigde ( Türkei ), das mit ca. 25.000 ha Anbaufläche, umfangreicher Saatgutproduktion und wichtigen Instituten eine bedeutende Rolle in der Zwiebelwelt einnimmt. Dies wird zusätzlich unterstrichen, durch die Präsenz sehr zahlreicher Wildarten, die das Land zu einer Art sekundärem Genzentrum machen.

Vom 21.ten bis 25.ten Mai konnte der diesmalige Schwerpunkt in der Molekulargenetik ausführlich dargestellt und diskutiert werden.

Den einführenden Vortrag übernahm nach der Begrüßung durch Claudio Galmarini ( Arg.) im Namen der ISHS Professor Michael Havey ( MSU , USA ) , der einen Überblick über die Entwicklung der Züchtungsforschung = Genkartierung der letzten 25 Jahre mit einem Ausblick in die nähere Zukunft verband. Da wurde sehr deutlich, dass ein entschlüsseltes Genom des Zellkernes allein bei weitem die Komplexität der Vererbung bei Zwiebeln nicht beschreibt. Vielmehr stehen die „Genome“ der Zellorgane ( Mitochindrien und Chloroplasten ) mit dem Genom des Zellkernes in Wechselwirkung und nehmen Einfluss auf das Ergebnis „Genotyp + Umwelt = Phänotyp ( Erscheinungsbild ). So sind in den verschiedenen Mitochondrien allein vier unterschiedliche Genotypen zu beschreiben. Insgesamt wird aber die Bio – Wissenschaft mehr und mehr nicht für die Züchtung neuer Sorten sondern durch neue und schneller realisierbare Eigenschaften eine ähnliche Bedeutung erreichen, wie sie die Mechanisierung und später die Digitalisierung erfahren haben.

Colin Eady aus Neuseeland stellte seine umfangreichen und langjährigen Arbeiten in der Gentechnik bei Zwiebeln vor, die – wenn auch überwiegend praxisreif – den Weg in die Praxis nicht finden konnten. Man hatte auch in Europa von den herbizidresistenten Zwiebeln gehört , die massiven Einfluss auf den Markt genommen hätten. Die „tränenfreie“ Zwiebel stand bereit und hätte bei gleichem Würz und Geschmackswert wohl die Akzeptanz für frische Zwiebeln in zahlreichen Küchen deutlich erhöht. Insektenresistenz war einführungsreif ebenso wie die beim vegetativ vermehrten Knoblauch sehr wichtige Virusresistenz . DieResistenz gegen Mehlkrankheit ( S. cepivorum ) wurde nicht erreicht – sollte aber grundsätzlich möglich sein.

Über 100 Wisschenschaftler und Anwender von Forschung trafen sich bei der Registrierung durch Dr. Ali Fuat Gokce, Universität Nigde
Über 100 Wisschenschaftler und Anwender von Forschung trafen sich bei der Registrierung durch Dr. Ali Fuat Gokce, Universität Nigde

 

In einem umfassenden und beeindruckendem Vortrag stellte Dr. M . Shigiyo ( Yamaguchi Universität ; Japan) die Erkenntnisse der Arbeiten an zahlreichen Wildarten und Allum cepa L. der allgemeinen Bulbenbilden Zwiebel und den engenVerwandten wie Allium cepa. Aggregatum der Schalotte . Dabei hob er die aus seiner Sicht herausrgagende Bedeutung der Schalotten vor allem in den tropischen Kurztagsgebieten deutlich hervor. Diese sieht er vor allem in der Resistenz gegen Fusarium oxysporum die sich ausgeprägt in den Schalotten lokalisieren lässt. Im Gespräch äussert er die Hoffnung mehrere Mitglieder der umfangreichen Familie der Fusarien abdecken zu können wie z. B. F. solani. Er geht soweit, dass er auf – in Forscheraugen – mittlere Sicht Resistenzkombinationen aus A. roylei ( P. destructor und B. squamosa ) , A. cepa – aggregatum ( Fusarien ) und A. fistulosum ( B. squamosa ) erhofft, die dann in die praktische Sortenentwicklung einflessen könnten. Ein langer Weg, wenn man die unbedingt zweijähre Generationsfolge in der Züchtung nicht überwindet.

Auf dem Wochenmarkt " erklärt "das Foto auf der leeren Tüte den Inhalt der Saatgutsäcke, aus denen lose Ware verkauft wird an Dr. Paolo Pagan ( Cora Seed ; It. ) und Deniz Beyazit (Bayram Seed ; TR)
Auf dem Wochenmarkt “ erklärt „das Foto auf der leeren Tüte den Inhalt der Saatgutsäcke, aus denen lose Ware verkauft wird an Dr. Paolo Pagan ( Cora Seed ; It. ) und Deniz Beyazit (Bayram Seed ; TR)
Steckzwiebeln Ende Mai - nach Auskunft für Bundware
Steckzwiebeln Ende Mai – nach Auskunft für Bundware
Im Kontrast zum Wochenmarkt - Ergebnisse und Eindrücke aus der Grundlagenforschung
Im Kontrast zum Wochenmarkt – Ergebnisse und Eindrücke aus der Grundlagenforschung
Möglich erscheinende Resistenzkombinationen ( Dr. M. Shigyo )
Möglich erscheinende Resistenzkombinationen ( Dr. M. Shigyo )
Dr. Ali R. Alan vom türkischen Universität Pamukkale; Institut für Züchtungsforschung und Anwendung von Biotechniken präsentiert Möglichkeiten über die Vermehrung von Ei - zellen ( Gynogenesis) zu reinerbigen Eltern für die Züchtung zu gelangen.
Dr. Ali R. Alan vom türkischen Universität Pamukkale; Institut für Züchtungsforschung und Anwendung von Biotechniken präsentiert Möglichkeiten über die Vermehrung von Ei – zellen ( Gynogenesis) zu reinerbigen Eltern für die Züchtung zu gelangen.

Eine Reihe von Vorträgen befasste sich mit den Auslösern der Bulbenbildung im Zusammenhang mit dem Tageslängenrythmus und dem dahinter liegenden Erbgang. Es darf spekuliert werden, daß in einigen Jahren möglichweise Sorten auf den Markt kommen, die die Lager- und Schaleneigenschaften von Langtagssorten ( z. B. Rijnsburger ) auch in Sorten des kurzen Tages für tropische Verhältnisse einsetzbar macht. Das ist z. Zt. noch spekulativ – würde aber diese Märkte radikal verändern ( Dr. A. Taylor, Warwick University UK ; J. S. Khosa Otago University NZ )

Etwas Hoffnung auf baldige Erfolge in der Resistenzzüchtung verbreitete A. Taylor von der Warwick Universität - hier ein Würzelhaar mit Myzel nach 96 h und interzellulärem Wachstum
Etwas Hoffnung auf baldige Erfolge in der Resistenzzüchtung verbreitete A. Taylor von der Warwick Universität – hier ein Würzelhaar mit Myzel nach 96 h und interzellulärem Wachstum
Die Forscherehre für Deutschland hielt Dr. Dr. J. Keller aufrecht, der auf fast allen ISEA Konferenzen die Arbeiten der Genbank in Gatersleben vorgetragen hat und hier über die extreme Tiefkühllagerung berichtete. Gatersleben verfügt wohl über die umfangreichste und bestdokumentierte Allium - Sammlung der Welt.
Die Forscherehre für Deutschland hielt Dr. Dr. J. Keller aufrecht, der auf fast allen ISEA Konferenzen die Arbeiten der Genbank in Gatersleben vorgetragen hat und hier über die extreme Tiefkühllagerung berichtete. Gatersleben verfügt wohl über die umfangreichste und bestdokumentierte Allium – Sammlung der Welt.

 

Eindrucksvoll waren auch die umfangreich angebotenen Poster zu vielen z. T. sehr speziellen Forschungsrichtungen. Dabei fiel auf, dass die Fa. Jain als zweitgrößter Trocknungsbetrieb der Welt ( eigene Auskunft ) neben einem erfolgreichen Geschäftsbereich Bewässerung ( Tropfverfahren ) auch eine eigene Züchtungsabteilung für die Entwicklung von Hybriden zunächst für die Dehydrierung aber in Zukunft auch für andere Bereiche anbieten will.

Der indische Züchtungschef von Bejo Seeds und der brasilianische Kurztagszüchter von Bayer Crop Science diskutieren die Präsentation der privaten Jain - Züchtungsforschung in Indien
Der indische Züchtungschef von Bejo Seeds und der brasilianische Kurztagszüchter von Bayer Crop Science diskutieren die Präsentation der privaten Jain – Züchtungsforschung in Indien

Der Ort des nächsten entsprechenden Kongress wurde nach eindrücklichen Präsentationen vor allem aus Indonesien dann letztlich doch für Wisconsin USA entschieden.

Dort findet an der Wisconsin State University ( WSU ) unter Leitung von Prof M. Havey ein Großteil der aktuellen Grundlagenforschung im Genengineering statt und überdies soll diese Veranstaltung dann durch das Zusammenlegen mit der amerkikanischen NARC ( National Allium Research Conference ) und der jährlichen NOA ( Natitional Onion Association ) Versammlung besonders attraktiv werden.

Intensivreise in ein `anderes` Zwiebel-Universum

In enger Abstimmung der beteiligten Partnern vor Ort fand eine kurze und intensive Reise in das zweitgrößte Zwiebelland der Welt statt, um dort für Lagerversuche geeignete Rohware zu definieren und deren Vorbereitung für ein interessantes Qualitätsprojekt abzustimmen.

Intensivreise in ein `anderes` Zwiebel-Universum weiterlesen

ISEA 2015 Türkei

Seit 1994 im Durchschnitt alle 3 Jahre trifft sich die Arbeitsgruppe „Essbare Alliumarten“ der Internationalen Gesellschaft für Gartenbauwissenschaft ( ISHS) zu einem Symposium in einem wichtigen Zwiebel/ Alliumland der Welt ( Argentinien, Australien, USA, China, Niederlande und Japan ). Wissenschaftler aller Kontinente nutzten das 7.te Symposium in der Türkei um zahlreiche Fragen und Ergebnisse der Grundlagenforschung darzustellen und diese zu diskutieren. Gastgeber war die Universtät in Nigde in der Türkei, die mit ca. 25.000 ha Anbaufläche, umfangreicher Saatgutproduktion und wichtigen Instituten eine bedeutende Rolle in der Zwiebelwelt einnimmt.

ISEA 2015 Türkei weiterlesen

Zwiebeln in Gartenerde – die „Muck“-Böden in Kanada

Für den Begriff „Muck-Soils“ findet sich leider keine Ein-Wort Übersetzung in der deutschen Sprache und einfach „Torf-Böden“ würde allein durch die unterschiedliche Entstehung dem auch nicht gerecht. Im Süden Kanadas wird in den Bundesstaaten Ontario und Québèc die Zwiebel und anderes Gemüse auf diesem mit bis 70 % organischer Substanz nahezu verkaufsfähigen Gartenboden angebaut.

Zwiebeln in Gartenerde – die „Muck“-Böden in Kanada weiterlesen

Die „Universitätswoche“ – Ein zentrales Ereignis im Nordamerikanischen Zwiebelmarkt

Jedes Jahr findet Ende August finden die Zwiebel- Sortentage der Oregon State University und der Washington State University im Nordwesten der USA statt.

Beide Institutionen sind – auch durch ihre geogpraphische Lage im wichtigsten Zwiebelanbaugebiet Nordamerikas – die führenden Forschungs- und Versuchseinrichtungen zu Zwiebeln der USA. Neben den aktuellen Zwiebelsorten der führenden Züchter werden auch jeweils die aktuellen Versuchsvorhaben und aktuelle Ergebnisse vorgestellt und diskutiert.

In derselben Woche bieten traditionell auch die am Markt führenden Saatgutanbieter Bayer Crop Science ( Vertriebsmarke Nunhems ) und Seminis auf Feldtagen dem auch überregional und international anreisenden Besuchern umfangreichen Einblick in die aktuellen Sortenprogramme.

  Die „Universitätswoche“ – Ein zentrales Ereignis im Nordamerikanischen Zwiebelmarkt weiterlesen